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Thema: Heilpflanzen

Heilpflanzen-Lexikon:
Ceylon-Zimt

Zimt ist ein beliebtes weihnachtliches Gewürz. Zimt fördert auch die Verdauung und beeinflusst vermutlich den Blutzuckerspiegel
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 22.12.2016

Edles Gewürz: Zimtstangen und -pulver

GettyImages/Dorling Kindersley

Zimt gehört zu den ältesten Gewürzen der Welt. Das süßlich duftende Zimtpulver steckt unter anderem in Lebkuchen, Bratäpfeln, Pflaumenmus, Milchreis und Zimtsternen.

Echter Zimt war früher (und ist es auch heute noch) eine Kostbarkeit. Arabische Händler vertrieben das Gewürz als erste, hielten dessen Herkunft aber streng geheim. Abenteuerliche Gerüchte bildeten sich: So bauten angeblich bestimmte Vögel ihre Nester aus Zimtstangen und die Sammler müssten ihnen das Nest stehlen!

Im 14. Jahrhundert gelangte das Gewürz nach Europa. Infolgedessen suchten europäische Gewürzhändler nach dem Ursprung der wertvollen Rinde und fanden ihn auf der Insel Ceylon. Seitdem vertrieben in erster Linie portugiesische und später niederländische Händler Zimt.

Wie sieht Ceylon-Zimt aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Der "echte" Zimt ist der Ceylon-Zimt (Cinnamomum zeylanicum). Es handelt sich dabei um eine Baumart, die sechs bis zehn Meter hoch wird und immergrün ist. Die Blätter stehen gegenständig zueinander, sehen eiförmig bis oval aus und haben eine ledrige Oberseite. Beim Zerreiben riechen sie nach Gewürznelken. Die weißlich-grünen Blüten ordnen sich in Rispen an und sind unscheinbar. Wird die Rinde abgeschält und getrocknet, bilden sich die typischen aufgerollten Zimtstangen, die aromatisch riechen. Ceylon-Zimt gehört zu den Lorbeergewächsen (Lauraceae) und ist auf Sri Lanka beheimatet. Angebaut wird Zimt in Süd- und Südostasien, auf Madagaskar sowie auf den Seychellen.

Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia), auch chinesischer Zimt genannt, gilt als Verfälschung des echten Zimts. Zu Gewürz wird hauptsächlich der Cassia-Zimt verarbeitet. Er lässt sich von der Ceylon-Art folgendermaßen unterscheiden: Die Stangen des echten Zimts ähneln einer Zigarre. Die Rinde ist vielen dünnen Schichten zusammengerollt. Cassia-Zimtstangen haben eine dickere Rindenschicht, in der Mitte befindet sich ein Hohlraum.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Die wirksamen Inhaltsstoffe stecken in der Zimtrinde. Sie enthält 0,5 bis vier Prozent ätherisches Öl, welches zu 65 bis 75 Prozent aus Zimtaldehyd besteht und zu etwa fünf Prozent aus Eugenol. Daneben finden sich geringe Mengen an sogenannten Mono-, Sesqui- und Diterpenen, Gerbstoffen sowie Phenolcarbonsäuren. Die Substanz Cumarin kommt in Ceylon-Zimt nur in sehr niedriger Konzentration vor. Cassia-Zimt kann dagegen bis zu 0,3 Prozent Cumarin beinhalten.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Zimt?

Zimt fördert den Appetit und regt die Darmtätigkeit an. Als Gewürz kann er daher Speisen bekömmlicher machen und Verdauungsproblemen wie Blähungen und Völlegefühl vorbeugen.

Bestimmte Inhaltsstoffe aus Zimt beeinflussen vermutlich den Blutzuckerspiegel. So zeigen Laborversuche, dass Zimt die Freisetzung des Hormons Insulin erhöht. Zugleich reagiert das Gewebe empfindlicher auf Insulin und nimmt mehr Glukose auf.

Die bisherigen Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Mal beeinflusst Zimt den Blutzuckerspiegel von Menschen mit Typ-2-Diabetes mutmaßlich positiv, mal nicht. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft rät davon ab, Zimtpräparate als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen (siehe "wichtige Hinweise"). Sprechen Sie mit Ihrem Arzt ab, ob sich Zimt für Sie möglicherweise eignet oder eher nicht.

Wichtige Hinweise:

Es ist derzeit nicht bekannt, ob Zimtpräparate zu Nebenwirkungen führen, besonders wenn sie über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Es gibt Hinweise, dass Zimt die Wirkung von blutzuckersenkenden Arzneimitteln verstärkt und damit eine Unterzuckerung begünstigen kann.

Wird Cassia-Zimt als Kapsel oder Tablette langfristig verwendet, kann es aufgrund des darin enthaltenen Cumarins unter anderem zu Leberstörungen kommen.

Schwangere und Stillende sollten vorsorglich auf Zimtpräparate verzichten.

Da der im Lebensmittelhandel überwiegend angebotene (Cassia-)Zimt laut Bundesinstitut für Risikobewertung erhöhte Mengen an leberschädigendem Cumarin enthalten kann, sollten Sie beim Verzehr vorsichtig sein. Dies gilt insbesondere auch für Kleinkinder. Wer viel zu dem Gewürz greift, ist mit Ceylon-Zimt aus der Apotheke auf der sicheren Seite. Cumarin findet sich übrigens auch als Duftstoff in manchen Kosmetika.

Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.




Bildnachweis: GettyImages/Dorling Kindersley
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